• Offizielle Internetpräsenz der 15. Kompanie Rießeler-Jäger.
  • Noch Tage bis zum 411. Lohner Schützenfest!

Wie alles begann

Der Start der 15. Kompanie im Jahre 1932

Bereits nach dem Ersten Weltkrieg nahmen die Rießeler Jäger mit Handstock und Blume bei Leffers Aufstellung und feierten das Lohner Volksschützenfest. Der spätere Vereinswirt Josef Fernerding ritt als Oberst hoch zu Roß voran. So haben wir es von unserer lieben Vereinswirtin Oma Drahtlos (Paula Hackmann) immer wieder gehört.

Dennoch gibt es die Schützenkompanie vom Rießel sicherlich schon länger als 75 Jahre. Das Gasthaus Fernerding feierte 1976 sein 50jähriges Bestehen.

Nach Erzählungen von Oma Drahtlos wurden im Gasthaus Fernerding neben den üblichen Getränken und Speisen auch Kost und Logis für Mitarbeiter der Rießeler Strohhülsenfabrik geboten.

Die Strohhülsenfabrik wurde übrigens 1931 von der Firma Paul Brand übernommen. Paul Brand errichtete hier eine Versandschlachterei, die mit den Rießeler Jägern ihr 75jähriges Bestehen feiern kann.

Weiterhin bereicherten ein Tanzboden, sowie eine Kegelbahn im Freien das kulturelle Angebot auf dem Rießel.

Wir können also sicher sein, dass es zu dieser Zeit schon Schützenbrüder auf dem Rießel gegeben hat, da bereits 1921 August Hane vom Rießel für drei Jahre das Amt des zweiten Vorsitzenden im Lohner Volksschützenverein übernahm. Ein Beweisstück hat uns der Schützenbruder Clemens Pohlmann mit dem Foto der Rießeler Schützenbrüder aus dem Jahre 1932 vorgelegt.

Hauptmann Bernd Kühling ist darauf schon mit Säbel bewaffnet. Von Brockdorf kommend, hat er als Handelsvertreter der Firma Schlüter auf dem Rießel seine Maria, geb. Pohlmann, kennengelernt und später zum eigenen Heim an der Hopener Straße entführt.

Damit hätte im Jahre 2006 theoretisch der 75. Ausmarsch stattgefunden, während des Zweiten Weltkrieges gab es keine Schützenfeste.

Das soll aber nicht heißen, dass wir nicht noch weiter forschen, um denjenigen Rießeler Urahnen zu finden, der bereits 1608, dem Gründungsjahr des Lohner Schützenvereins, dabei gewesen ist.

Der Neubeginn

Nach den schweren Kriegsjahren des Zweiten Weltkrieges

Die schweren Kriegsjahre des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1945) waren vorüber. Der materielle und gesellschaftliche Wiederaufbau hatte begonnen. Das in den Kriegsjahren überwiegend verbotene allgemeine Vereinsleben nahm seinen Neuanfang, so auch das traditionelle Schützenfest.

Hierzu wurde auf vielseitigen Wunsch die bereits in den Vorkriegsjahren bestehende Schützenkompanie Rießel wieder ins Leben gerufen. Am 6. Juni fand die erste Kompanieversammlung statt, auf der Willi Hölzen zum Hauptmann und Bernhard Spille zum Feldwebel gewählt wurden. Schon zu dieser Zeit waren Rießeler Schützen zu höheren Aufgaben berufen. Der Vereinswirt unserer Schützenkompanie, Josef Fernerding, war als Oberst im Volksschützenverein Lohne mitverantwortlich für die Entwicklung der Vereinstätigkeit.

Unser Schützenbruder Heinz Diekmann saß 1950 beim ersten Ausmarsch mit Wilma Schneppe, geb. Schraad, in der Kutsche und begleitete S.M. König Franz-Josef Buschmann.

Der amtierende Schützenkönig des Jahres 1939 (letztes Schützenfest vor dem Zweiten Weltkrieg), Paul Zumbrägel, sowie weitere Mitglieder des Throns waren im Krieg gefallen. Daher nahmen der Kinderschützenkönig von 1939, Franz-Josef Buschmann, und sein Thron beim ersten Ausmarsch 1950 in den Kutschen platz.

Die Rießeler Kompanie konnte ihre Mitgliederzahl durch persönliche Einladungen und öffentliche Werbefahrten mittels eines zur Verfügung gestellten Lastkraftwagens in kurzer Zeit erheblich steigern. Bereits 1950 nahmen 50 Schützenbrüder aktiv am Ausmarsch teil. Verschiedene Sponsoren – hier darf stellvertretend der Schützenbruder Paul Brand genannt werden – unterstützten das Vereinsleben durch ihre materiellen und finanziellen Spenden, vor allem durch feinste Wurst- und Fleischwaren zum Frühschoppen.

Unter jährlich wechselnden Vorständen – die Wahlen hierzu gestalteten sich manchmal sehr schwierig – konnte die Schützenkompanie, die die Bezeichnung 15. Kompanie Rießeler Jäger erhielt, bereits im Jahr 1952 mit dem Schützenbruder Franz Deters den Lohner Schützenkönig aus ihren Reihen stellen. Doch damit nicht genug, im Folgejahr 1953 errang Schützenbruder Aloys Fangmann erneut die Königswürde.

Voller Stolz über diesen Doppelschlag und mit viel Engagement wurde das Vereinsleben weitergeführt und ausgedehnt. Nicht nur Vereinssatzungen, Festlegung von Strafgeldern, Wahlen zur Vereinsführung und Beförderungen in höhere Ränge bestimmten die Sitzungen und Versammlungen. Filmvorführungen, Wintervergnügen und andere Veranstaltungen sorgten für weiteren Zusammenhalt, nicht nur innerhalb der eigenen Kompanie. Geselligkeit und Freude, unterstützt von den Musikanten Albert Schraad und Paul Ovelgönne, standen im Mittelpunkt. Nicht unerwähnt bleiben sollen jedoch auch die letztendlich konstruktiven Diskussionen, ohne die eine Weiterentwicklung eines Vereins nicht möglich war und ist.

Verschiedene Anregungen von Schützen der Rießeler Kompanie wurden an den Vorstand des Lohner Schützenverein weitergeleitet und umgesetzt.

Engagement und Verantwortungsbewusstsein, Geselligkeit, Freude und soziales Engagement sind Charakteristika, die für die Schützen der 15. Kompanie Rießeler Jäger schon in ihren Anfängen eine große Bedeutung hatten und bis zum heutigen Tag Bestand haben. Hierauf können wir alle stolz sein!